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Andere Säugetiere

Marderhund

Common Raccoon Dog

Einordnung und wissenschaftlicher Name: Nyctereutes procyonoides

Quellen geprüft am:

Ein Allesfresser aus der Hundefamilie mit dunkler Augenzeichnung

Der Marderhund gehört zu den Hunden und unterscheidet sich vom Waschbären. Entdecken Sie Gesichtszeichnung, Körperbau, vielseitige Nahrung und Verstecke sowie Grundsätze für Begegnungen in Menschennähe.

Herkunft und Verbreitung
Ostasien, darunter die Koreanische Halbinsel, China und das östliche Russland. Eingeführte europäische Bestände werden getrennt betrachtet.

  • Hundefamilie
  • Dunkle Gesichtszeichnung
  • Allesfresser
  • Deckung in der Vegetation
Dunkle Gesichtszeichnung und braunes Fell eines im Gras sitzenden Marderhundes

Referenzfoto

Ein in einer Einrichtung im deutschen Springe fotografierter Marderhund in Menschenobhut. Unter Beibehaltung der ursprünglichen Proportionen verkleinert.

Quelle: Michael Gäbler — Marderhund (Nyctereutes procyonoides).jpg · Originalmaterial · CC BY 3.0

1. Einordnung, Herkunft und Lebensraum

Der Marderhund trägt den wissenschaftlichen Namen Nyctereutes procyonoides und gehört wie Hunde und Füchse zur Familie der Hunde. Trotz ähnlicher dunkler Zeichnung um die Augen entstammt er einer anderen Linie als der amerikanische Waschbär. Dieses Porträt behandelt den auf dem Festland heimischen Marderhund, dessen ursprüngliche Verbreitung unter anderem die Koreanische Halbinsel, China und das östliche Russland umfasst. Die Amerikanische Gesellschaft für Säugetierkunde führt den japanischen Marderhund als eigene Art Nyctereutes viverrinus. Daher werden nicht sämtliche Beschreibungen des japanischen Tanuki auf diese Art übertragen. Der Marderhund nutzt Verstecke wie Waldränder und dichte Ufervegetation und wird auch nahe menschlicher Wohnbereiche beobachtet.

2. Aussehen und Bestimmung

Auffällig sind die von den Augen zu den Wangen verlaufende dunkle Zeichnung, kurze runde Ohren, niedrige Beine und ein gedrungener Körper. Das Fell reicht von graubraun bis dunkelbraun; seine Fülle hängt von Jahreszeit und Zustand des einzelnen Tieres ab. Achten Sie auf den Unterschied zum Waschbären, dessen Schwanz deutlich aufeinanderfolgende Ringe zeigt. Die dunklen Gesichtsstreifen eines Dachses verlaufen von der Schnauze über die Augen nach hinten und damit anders als die Augen- und Wangenzeichnung des Marderhundes. Dunkle Videoaufnahmen können die Zeichnung allerdings verwischen. Prüfen Sie deshalb auch Ohren, Schwanz und die Proportionen des ganzen Körpers. Bestimmen Sie die Art eines Jungtiers nicht allein anhand des Gesichts.

3. Verhalten und Lebensweise

Marderhunde sind Allesfresser und nutzen unter anderem kleine Tiere, Insekten, Früchte und Aas. Ihre Nahrung verändert sich mit dem örtlichen Angebot. Dass ein Tier Futter von Menschen annimmt, ist nicht als normale Versorgung zu verstehen. Marderhunde können von Dachsen gegrabene Baue als Unterschlupf nutzen; gelegentlich werden gemeinsame Kotplätze beobachtet, an denen Familienmitglieder wiederholt Kot absetzen. In kalten Regionen können sie ihre Aktivität im Winter stark verringern. Daraus folgt jedoch nicht, dass Tiere aller Regionen den ganzen Winter auf dieselbe Weise schlafen. Ein entdeckter Bau oder Kotplatz ist eine Lebensspur und kein Ausflugsziel, das man betreten oder aus nächster Nähe untersuchen müsste.

4. Beobachtung, Schutz und Pflege

Begegnen Sie auf einem Spaziergang einem Marderhund, gehen Sie nicht näher und versperren Sie seinen Weg nicht. Lassen Sie ihm Raum zum Rückzug. Füttern und berühren Sie ihn nicht und halten Sie Haustiere so unter Kontrolle, dass diese ihn nicht verfolgen. Ein Tier, das in der Nähe still bleibt, ist deshalb weder zahm noch gefahrlos anzufassen. Essensreste und Abfälle zu beseitigen ist ebenfalls wichtig, damit es nicht zur Nahrungssuche bei Menschen angeregt wird. Berühren Sie Kot oder Baue nicht direkt; falls eine Dokumentation nötig ist, fotografieren Sie aus der Entfernung. Erscheint das Tier verletzt oder ist es in einer Anlage eingeschlossen, melden Sie Ort und Situation der örtlichen Wildtierstelle, statt es selbst einzufangen oder zu halten.

Quellen und Belege